Workshop und Konzert mit Prof. Jürgen Demmler (Klarinette)

Workshop für KLARINETTE - Ensemble und Orchester

Das Landesblasorchester NRW freut sich, in Zusammenarbeit mit der Musikschule Düren, der Cappella Villa Duria und der BUFFET GROUP (Buffet Crampon / Besson / A. Courtois /W. Schreiber / J. Keilwerth), wieder ein Konzert und Workshops mit einem renommierten Instrumentalsolisten anbieten zu können.

In diesem Jahr nahm Renold Quade Kontakt zu Jürgen Demmler auf. Dieser ist langjähriger Professor für Klarinette, Saxophon und Methodik an der Hochschule für Musik Freiburg im Breisgau und Klarinettist im SWR-Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg.

Jürgen Demmler / KURZ-BIOGRAFIE

  • 1958 geboren in Ludwigshafen/Rhein
  • 1977-1984 Instrumentalstudium an der Staatlichen Hochschule für Musik Heidelberg-Mannheim bei Prof. Hans Pfeifer, Klarinette und Saxophon
  • 1979-1981 Stellvertretender Soloklarinettist an der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz
  • 1979 Gründung des Deutschen Saxophon-Ensembles, dort Sopransaxophonist bis 2000
  • seit 1981 Hoher Klarinettist beim SWR-Sinfonie-orchester Baden-Baden und Freiburg
  • 1987-2005 Lehrauftrag/Professur für Saxophon, Klarinette und Methodik an der Staatlichen Hochschule für Musik Freiburg im Breisgau
  • Gründung des Philharmonischen Ensembles Baden-Baden
  • Internationale Konzertaufführungen, Aufnahmen für Rundfunk, Fernsehen und CD, Meisterkurse, Workshops, Seminare, Veröffentlichungen

Konzert

Das Konzert findet statt am So, den 13.05. um 18.00 Uhr im Haus der Stadt Düren mit

  • Prof. Jürgen Demmler
  • dem LANDESBLASORCHESTER NRW des Volksmusikerbundes NRW e.V.
  • dem Sinfonischen Blasorchester der Musikschule Düren
  • und Klarinettenensembles des Workshops.

Schwerpunkte der Workshops in Düren

  • Prof. Jürgen Demmler und „junge“ Klarinettisten – etwa im Alter bis 14/16 Jahren
  • Prof. Jürgen Demmler und „jung gebliebene“ Klarinettisten – ohne Altersbegrenzung

Interessierte Musiker sind herzlich eingeladen Prof. Jürgen Demmler und sein Wissen rund um die Klarinette persönlich kennen zu lernen.

Samstag, 12.05. und Sonntag, 13.05. 2012 Musikschule Düren – Haus der Stadt, Stefan-Schwer-Str. 4

Kein Klarinettist sollte sich scheuen oder gar fernbleiben aus Angst ´nicht gut genug` zu sein. Die Workshops bieten Möglichkeiten für jedermann. Interessierte Holzbläser sind herzlich eingeladen den Workshops ggf. auch passiv beizuwohnen.

Informationen zu Konzert und Workshops:

Musikschule Düren / Tivolistr. 1 / 52349 Düren / Tel.: 0 24 21 / 25 25 74 musikschule@dueren.de

 

Vorbereitendes Dirigentenseminar für den Deutschen Orchesterwettbewerb

Landesblasorchester des VMB NRW e.V. und Deutscher Musikrat luden ein nach Essen – 29.11.2011

Bevor sich vom 12.-20. Mai 2012 die besten Orchester Deutschlands sich zum Deutschen Orchesterwettbewerb (DOW) in Hildesheim treffen, wurden durch Landeswettbewerbe die erfolgreichsten Ensembles der Bundesländer nominiert.
Der Austragungsort des NRW Wettbewerbs war Mitte Oktober Paderborn. Hier waren rund 70 Orchester aller Couleur versammelt. In der Sparte Blasorchester stellten sich 10 Ensembles, bei den Spielleutecorps 3 dem Wettbewerb.

Anders als bei den Landeswettbewerben sind für den Bundeswettbewerb Wahlpflichtstücke vorgeschrieben, um einen besseren Leistungsvergleich der Orchester zu ermöglichen.
Als Orientierungshilfe startete der Deutsche Musikrat im Vorfeld eine „Dirigentenoffensive”. Im Rahmen von Dirigentenseminaren erarbeiten ausgewählte Orchester und Dozenten die Wahlpflichtstücke und geben allen interessierten Musiker und Dirigenten Gelegenheit, die Werke sehr intensiv zu durchdringen.

Im November 2011 hatte das Landesblasorchester NRW des VMB NRW e.V. die ehrenvolle Aufgabe, die Pflichtstücke für Jungendblasorchester („Die Tränen des Phoenix” von Thomas Krause und „The Age Of Aquarius” von Bert Appermont) sowie die der „Erwachsenen”orchester („Sinfonische Variationen – Hommage à Prokofieff” von Frank Zabel und „Four Character Studies From Master Humphrey’s Clock” von Malcolm Binney) mit den Seminarteilnehmern zu erarbeiten.

Seminarleiter Renold Quade hatte dazu die Komponisten Thomas Krause und Frank Zabel als Dozenten eingeladen, die aus ihrer ganz persönlichen Sicht wertvolle Hinweise zu ihren Werken geben konnten:
Was hat den Komponisten bewegt? Wie kam er auf die spezielle Idee für sein Werk? Wie wichtig sind spezielle Instrumente? Wie viel Freiraum für persönliche Interpretationen ist vorhanden? An welchen Stellen ist dies erwünscht – wo auf keinen Fall?

Sieben motivierte Teilnehmer trafen im Essener „Haus Fuhr” auf ein gut vorbereitetes und engagiertes Orchester. In entspannter und kollegialer Atmosphäre entstanden intensive Arbeitsabschnitte, die zu vielschichtigen Ergebnissen führten. Am späten Sonntagnachmittag trennten sich die Musiker, Dirigenten und Dozenten nach einem erkenntnisreichen, musikalischen Wochenende wieder – die Dirigenten bereit zum Wettbewerb in Hildesheim.

Star-Posaunist gab Düren die Ehre

Jiggs Whigham begeisterte bei Workshop und Konzert in Düren, Auch mit Anfängern gearbeitet. “Riesiger Motivationsschub”.

Düren. ”Ihr dürft mich alles fragen. Denn wer eine Frage stellt, ist 15 Minuten ein Narr. Aber wer keine Frage stellt, bleibt sein ganzes Leben ein Narr.” Jiggs Whigham hat direkt den richtigen Draht zu den rund 35 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen gefunden, die vor ihm sitzen. Der gebürtige Amerikaner ist international anerkannter Posaunist, Professor an der Hochschule für Musik “Hanns Eisler” in Berlin und war am Wochenende zu Gast in Düren – als Lehrer in einem Workshop und Solist in einem Konzert gemeinsam mit dem Sinfonischen Blasorchester der Musikschule Düren und dem Landesblasorchester Nordrhein-Westfalen.
Beide Orchester werden Renold Quade (50) geleitet, den eine lange und tiefe Freundschaft mit Jiggs Whigham verbindet. Quade: “Ich habe bei Jiggs studiert. Und irgendwann ist aus dem Lehrer-Schüler-Verhältnis eine Freundschaft geworden.”
Mittlerweile haben die beiden Vollblutmusiker gemeinsam mit Bernhard G. Hoffmann ein Lehrbuch geschrieben, kein Wunder also, dass Jiggs Whigham gerne nach Düren gekommen ist. “Wir fühlen uns natürlich sehr geehrt”, sagt Renold Quade. “Vor allem, weil Jiggs auch mit uns gemeinsam ein Konzert gespielt hat. Das macht er längst nicht überall.”
Neben den ausführlichen Proben mit dem Sinfonischen Blasorchester und dem Landesblasorchester, bei dem übrigens auch zehn Musikerinnen und Musiker aus dem Kreis Düren mitspielen, hat Jiggs Whigham auch einen Workshop angeboten (…).

Von Sandra Kinkel, Dürener Nachrichten 10.05.2011

Jazz-Posaunist Jiggs Whigham und Orchester begeistern in Düren

Düren. Jiggs Whigham, einer der profiliertesten Jazz-Posaunisten unserer Tage, bewies als in Deutschland lebender Amerikaner in seinen Moderationen eine beachtliche Prise rheinischen Humors.

Glänzend in Szene gesetzt vom Landesblasorchester NRW, vom Sinfonischen Blasorchester der Musikschule Düren und vom Dirigenten Renold Quade begeisterten beim Konzert im Haus der Stadt besonders die «swingenden» Programmteile.

Der nicht alltägliche Reiz des Konzertes bestand in dem fein dosierten Kontrast von traditionellen und konzertanten Werken auf der einen Seite, und jazzig, swingen den Kompositionen auf der anderen Seite. Ob kammermusikalische Ballettmusik, große Konzertouvertüre oder sinfonische Originalkomposition vom australischen Komponisten Percy Aldrige Grainger in dessen Jubiläumsjahr – beide Orchester ließen von Anfang an keine musikalischen Fragen offen. Dirigent Renold Quade führte die Musiker sicher und wusste mit jedem Ensemble Akzente zu setzen.

Im zweiten Teil griff dann Jazzposaunist Jiggs Whigham in das Geschehen ein. Ob «bluesiger» oder «schneller» Swing, ob «Jazzwaltz» oder «Bossa Nova» – die Bühne schien noch ein wenig mehr zu leuchten als er die Szenerie betrat, und die Harmonie zwischen Solist, Dirigent und Musikern erlebte bei den jazzigen Klängen eine weitere faszinierende Dimension.

Mit Professor Whigham und Student Quade standen aber auch zwei Musiker auf der Bühne, die sich schon lange kennen, eine beständige Freundschaft pflegen und sich nicht zuletzt mit diesem Projekt einen Wunsch erfüllt haben.

Schon im Vorfeld wurden neue Arrangements und Kompositionen für große, sinfonische Konzertblasorchester geschrieben und auch die Orchestermusiker waren von Anfang an engagiert mit von der Partie. Waren sie doch durch ihre Probenarbeit an der Entwicklung der neuen Werke beteiligt.

Das Publikum reagierte begeistert, und so wurden im Konzertforum der Cappella Villa Duria etliche neue Stücke aus der Taufe gehoben. Ein großer Erfolg war zudem der dem Konzert vorangestellte Workshop an der Musikschule.

Bei soviel guter Stimmung war es Jiggs Whigham dann abschließend auch ein launiges Plädoyer für die öffentliche Förderung von Kunst und Musik wert: «Sie ist so wertvoll – alle Politiker sollten sich vor Entscheidungen zur Orchesterarbeit sammeln und so Gemeinschaft üben.»

AZ-Web, Düren, 10.05.2011, 15:32

Konzertblasorchester trifft Jazzposaune

Das Landesblasorchester beim Konzert mit Jiggs Whigham

Der Jazzposaunist Jiggs Whigham, einer der profiliertesten Jazz-Posaunisten unserer Tage, begeisterte mit dem LBO und dem SBO der Musikschule Düren. – 09.05.2011

Düren: Jiggs Whigham, einer der profiliertesten Jazz-Posaunisten unserer Tage, bewies, als in Deutschland lebender Amerikaner, in seinen Moderationen eine beachtliche Prise rheinischen Humors. Glänzend in Szene gesetzt vom Landesblasorchester NRW, vom Sinfonischen Blasorchester der Musikschule Düren und vom Dirigenten Renold Quade begeisterten beim Konzert Harmoniemusik besonders die „swingenden” Programmteile für „sinfonisches”, wie „bigbandiges” Konzertblasorchester.

Der nicht alltägliche Reiz des Konzertes bestand zunächst in dem fein dosierten Kontrast von traditionellen und konzertanten Werken auf der einen Seite, und jazzig, swingen Kompositionen auf der anderen Seite.
Ob kammermusikalische Ballettmusik, große Konzertouvertüre oder sinfonische Originalkomposition vom australischen Komponisten Percy Aldrige Grainger in dessen Jubiläumsjahr – beide Orchester ließen von Anfang an keine musikalischen Fragen offen. Dirigent Renold Quade führte die Musiker sicher, mit großer Liebe zum Detail und wusste mit jedem Ensemble besondere Akzente zu setzen.
Beeindruckend auch die Neukomposition „ … in seinen Armen das Kind war tot”, eine instrumentale Auseinandersetzung mit Goethes Erlkönig, im Konzert dirigiert vom Komponisten Constantin Hesselmann.
In den jeweils zweiten Teilen der Orchesterprogramme griff dann Jazzposaunist Jiggs Whigham in das Geschehen ein. Ob „bluesiger” oder „schneller” Swing, ob „Jazzwaltz” oder „Bossa Nova” – die Bühne schien noch ein wenig mehr zu leuchten als er die Szenerie betrat und die Harmonie zwischen Solist, Dirigent und Musikern erlebte bei den jazzigen Klängen eine weitere faszinierende Dimension.
So standen mit Professor Whigham und Student Quade aber auch zwei Musiker auf der Bühne, die sich schon lange kennen, eine beständige Freundschaft pflegen und sich nicht zuletzt mit diesem Projekt eine Vision erfüllt haben.
Schon im Vorfeld wurden neue Arrangements und Kompositionen für großes, sinfonisches Konzertblasorchester geschrieben und auch die Orchestermusiker waren von Anfang an engagiert mit von der Partie. Waren sie doch durch ihre Probenarbeit an der Entwicklung der neuen Werke aktiv beteiligt.
Die Reaktionen im Publikum waren begeistert und so wurden im Konzertforum der Cappella Villa Duria, und mit besonderer Unterstützung der Firma GEWA, Vertrieb für King Blasinstrumente, etliche neue Stücke aus der Taufe gehoben, die auch weiterhin ihr Publikum begeistern werden.
Ein großer Erfolg war zudem der dem Konzert vorangestellte Workshop an der Musikschule Düren. Beim Musikverlag Schott wird es im Sommer unter dem Titel „Basic Steps” eine Neuveröffentlichung geben, die genau dieses Thema, Stilistik für Bläser, aufarbeitet. Neben Whigham und Quade gehört der Freiburger Bernhard Hofmann zu den Autoren.
Bei soviel guter Stimmung war es Jiggs Whigham dann abschließend auch ein launiges Plädoyer wert, ein Plädoyer für die öffentliche Förderung von Kunst und Musik: “Sie ist so wertvoll – Alle Politiker sollten sich vor Entscheidungen zur Orchesterarbeit sammeln und so Gemeinschaft üben.”

Reinhold Graf

“Die Tränen des Phoenix”

Konzert in der seit zwei Jahren geschlossenen Kirche St. Winfried. [...]

Kray. “Mensch – Kultur – Teilhabe”; unter diesem etwas sperrigen Motto stand ein Konzert des “Landesblasorchesters Nordrhein-Westfalen” in der ehemaligen Kirche St. Winfried in Essen-Kray.

Mit Hilfe von Kunst und Musik sollte der Blick für Neues, bislang Unentdecktes geöffnet werden. Es ging um einen Anstoß, Handlungsmöglichkeiten jenseits der alltäglichen Routine wahrzunehmen, so die Intension der Veranstalter.

Über 100 Gäste kamen, manche auch um die Gelegenheit zu nutzen, noch einmal die seit zwei Jahren geschlossene Kirche St. Winfried zu besuchen.

Pfarrer Hermmann-Josef Brandt kam aus der Pfarrei St. Nikolaus und Meinolf Roth, Vorsitzender der Theresia-Albers-Stiftung, begrüßten die Gäste. Professorin Margot Sieger, die Verantwortliche für die wissenschaftliche Begleitung, stellte dem Publikum das zentrale Anliegen des Projektes vor.

Das Landesblasorchester Nordrhein-Westfalen, ein Auswahlorchester des Volksmusikerbundes NRWs, spielte während des Konzertes Werke zeitgenössischer Komponisten aus Deutschland und Nordrhein-Westfalen. Ein künstlerischer Höhepunkt war das Stück “Die Tränen des Phönix”, das der Komponist Thomas Krause persönlich vorstellte. Für das Publikum besaß das Werk eine symbolische Bedeutung: Ganz so, wie das Fabeltier Phönix sich aus seiner Asche zu neuem Leben erhebt, soll auch das ehemalige Gemeindeleben im Rahmen des Projekts – wenngleich in gewandelter Form – erneut erwachen.

Die Veranstaltung fand statt im Rahmen des Projektes “Gesellschaftliche Teilhabe für ein gelingendes Leben in der 3. und 4. Lebensphase”, das von der Katholischen Pfarrei St. Nikolaus und der Theresia-Albers-Stiftung getragen und der Stiftung Wohlfahrtspflege gefördert wird. Im Rahmen dieses Projektes soll auf dem Gelände der ehemaligen Kirche St. Winfried ein Wohnen mit Service für Senioren mit einer integrierten Begegnungsstätte für die Bewohner des umliegenden Viertels entstehen.

WAZ, 23.02.2010 Lokalteil

LBO NRW mit Uraufführung in Bamberg

Bundeswettbewerb für Auswahlorchester mit hervorragendem Erfolg abgeschlossen
Beim Wertungsspiel in Bamberg

NRW/Bamberg. Seine außergewöhnliche Musikalität und Ausdruckskraft stellte das Landesblasorchester NRW des Volksmusikerbundes beim Bundeswettbewerb für Auswahlorchester in fränkischen Bamberg eindruckvoll unter Beweis. Mit hervorragendem Erfolg wertet die internationale Jury die Beiträge des Orchesters. Ein Ergebnis, mit dem Renold Quade, Dirigent des LBO NRW, seine laufende Probenarbeit mehr als bestätigt sehen kann. Von insgesamt 15 teilnehmenden Auswahlblasorchestern aus ganz Deutschland erreichte nur das Orchester des Nordbayerischen Musikbundes ein knapp besseres Ergebnis.

Die Werke im Wettbewerb

Das LBO NRW stellte sich mit einer vom üblichen Standard außerordentlich abweichenden Werkauswahl den Juroren, dem fachkundigen Publikum und den Musikerkollegen der übrigen Orchester aus der ganzen Bundesrepublik.
Ein Antrieb zur Werkauswahl war: Mit drei Komponisten, die in NRW leben, arbeiten und vom Orchester sehr geschätzt werden, antreten und deren aktuelle Musik vorstellen.

Das intensiv und gefühlvoll gespielte „Die Tränen des Phoenix“ von Thomas Krause zog das Publikum das Publikum. Die große Spannung im Saal löste sich erst im (für Wettbewerbe) ungewöhnlich lang anhaltenden Applaus.
Mit Mut zum Risiko, aber gut vorbereitet, gingen Renold Quade und seine Musiker die Uraufführung „…in seinen Armen das Kind war tot“ an. Dabei handelte es sich um die Vertonung von Goethes Gedicht vom Erlkönig. Das neueste Werk des Essener Komponisten Constantin Hesselmann, der auch als Trompeter seit Jahren im LBO NRW aktiv ist. Partitur und Orchesterstimmen waren in letzter Fassung praktisch noch druckfrisch. Die dramatische Geschichte zeigte die Klangfülle und Klangbalance des LBO NRW.
Im Gegensatz zu diesen beiden dramatisch und romantisch anmutenden Werken, die sich besonders stark auf klanglische Qualitäten konzentrierten“ stand „Azeri“, ein Satz aus der 8. Sinfonie des türkischen Komponisten Betin Günes, der Rhythmik, Tempo und besonders die technischen Fähigkeiten, micht nur der Holzbläser zur Geltung brachte.

Aufgabe der Jury

Die Jury hatte wegen der großen Bandbreite, die diese Wettbewerbsstruktur mit sich bringt, keine leichte Aufgabe, waren doch die Orchester mit den unterschiedlichsten Programmen und Schwerpunkten angetreten und spiegelten die ganze Breite der sinfonischen Blasmusik wieder. Jedes Orchester setzte auf seine Art und Weise herausragende Akzente. Für Renold Quade, selbst Wertungsrichter, hat die Jury ihre Aufgabe professionell und sachkundig gelöst.

Das gesellschaftliche Moment eines außergewöhnlichen Wettbewerbstages

Der gesellschaftliche Teil des Samstagabends, nach der Ergebnis-verkündigung, rundete den Ausflug nach Bamberg auf kollegiale und sehr freundschaftliche Weise hervorragend ab. Er brachte neue Kontakte und auch neue Einsichten in das Arbeiten und Zusammenleben anderer Orchester und entschädigte natürlich für die Anspannung und den großen Aufwand für Vorbereitung und Reise.

Nicht nur als Orchester auf der Bühne, sondern auch mit ehrlicher und neidloser Anerkennung für Leistungen der Kollegen dokumentierten die LBOler, ihr Dirgent und das mitgereiste Orga-Team eine besondere Geschlossenheit. Die Freude über die Erfüllung der eigenen Erwartungen unter spannenden Rahmenbedingungen war mindestens so groß wie nach den vergangenen Wettbewerbserfolgen in Prag und Trossingen.

Das LBO NRW bedankt sich auch beim Musikverein Breitengrüssbach, der Freitag und Samstag seine Räume und sein Schlagwerkinstrumentarium für Proben zur Verfügung stellte und die Kollegen aus NRW toll versorgte. Bei dieser Infrastruktur kommt wohl fast jeder Musikverein aus NRW ins Träumen. Da wundert es nicht, dass in Bayern auch eine breite Leistungsdichte erreicht wird, die sich dann beispielsweise in excellenten Auswahlorchestern bereits auf Bezirksebene niederschlägt.

Ein Ära geht zu Ende

Für Josef Heithausen war diese Reise nach fast 20jähriger Orga-Arbeit für das LBO NRW die letzte große unter seiner Führung. Zusammen mit Renold Quade nahm er die Ehrung des LBO NRW auf der Bühne im Bamberger Kongress Centrum entgegen. Zurück ließ Renold Quade ihm mit Freude den Vortritt in die jubelnden Trauben der NRW-Musiker, die „ihren Josef“ als gute Seele, überaus beständigen, unterstützenden und antreibenden Geist enthusiastisch feierten. Seine Arbeit im Hintergrund hat das LBO NRW wesentlich geprägt und die Voraussetzungen für die bemerkenswerte Entwicklung dieses Auswahlorchesters des Volksmusikerbundes in NRW geschaffen.

Ovationen für Landesblasorchester

Der Kreismusikverband Wesel feierte am Sonntagabend sein 10 jähriges Bestehen mit einem umjubelten Jubiläumskonzert im Bühnenhaus. [...]

Wesel. So beschwingt wie am Sonntagabend verlassen Konzertbesucher nicht immer das Bühnenhaus. Die stehenden Ovationen zum Schluss hatten sich die Musiker des Landesblasorchesters NRW (LBO) und des hiesigen Spielleute-Projektorchesters mit ihren hohen Leistungen verdient. Viel wichtiger aber war, dass mit dem “Jubiläumskonzert” zum 10jährigen Bestehen des Kreismusikverbandes Wesel bewiesen wurde, dass die Musiker viel mehr können, als muntere Begleitungen zu Brauchtumsveranstaltungen zu inszenieren.

“Weg von diesem einseitigen Image” heißt die Losung der Vorsitzenden des Weseler Verbandes, Barbara Schlüter. Wie auf der Grundlage unverzichtbarer solider Breitenarbeit anspruchsvolle sinfonische Blasmusik gepflegt wird, wurde im Bühnenhaus ganz nebenbei offenbar. Dank dafür.
Goethes musikalisches Gedicht
Natürlich konzertieren im etwa 70-köpfigen Landesblasorchester NRW ausgewählte Musiker aus ganz NRW. Dirigiert werden sie von Renold Quade [...]. Kraftvoll und in die Zukunft gerichtet, ganz so wie es die einleitende Symphonic Overture von James Barnes melodisch formulierte, spielte das engagierte Ensemble. Die Uraufführung des des “musikalischen Gedichts nach Goethe”: “…in seinen Armen das Kind war tot.”, berührte aller Zuhörer tief. Der Komponist Constantin Hesselmann dirigierte dieses selbst.
Zum Höhepunkt wurde das Konzert für Klavier und Orchester von Betin Günes. Der in der Türkei geborene, in Köln wirkende Komponist, Dirigent und Pianist formte seine Gedanken zur “Kultur” als komplexes Phänomen und zur “Bosluk”, das heißt zur Leere, in dynamischen, mitreißenden Klangsätzen. Er hämmerte in die Saiten des Flügels schrittweise tastend seine Überlegungen, dann extrem schnell einander überschlagende, kämpferische Akkorde! Sein Klaviersolo, das zwischen Zitaten von Beethoven und Mozart seine eigenen raschen Takte türkischen Eigenlebens schob, überwältigte.
Gegen das erfahrene große Orchester fiel der Auftritt der Spielleute nicht ab, natürlich Alter und Ausbildungsstand berücksichtigend. Karin Steenstra dirigierte sehr sicher, gestisch sympathisch unspektakulär. [...]

Rheinische Post Wesel, Hanne Buschmann, 23.10.2010

Publikum begeistert: Konzert bot musikalischen Hochgenuss

Noch bevor der erste Flötenton erklang, wurde von Seiten des Publikums mit lautem Beifall eingestimmt.

Öding/Südlohn: Norbert Rathmer vom Spielmannszug begrüßte die rund 550 musikbegeisterten Gäste – und schon ging es los. Der Schüler- und Jugendspielmannszug mit rund 100 jungen Musikern machte den Anfang. [...]

Landesblasorchester begeistert

Wortgewandt führte Moderator Dirk Terbahl durch das Programm, das einen bunten Mix aus modernen und klassischen Stücken bot. Für hohen Musikgenuss und Big Band-Atmosphäre sorgte der Auftritt des Landesblasorchesters NRW nach einem schnellen Bühnenumbau. Dirigiert wurden die 58 Musiker von Reinhold Quade, der mit seinen Künstlern weltweit unterwegs ist. Schnelle Takte, dramatische Klänge und abwechslungsreiche Töne überzeugten das Publikum bei sechs unterschiedlichen Stücken. Bei „Azeri”, einem ursprünglich türkischen Stück, begeisterten fliegende Akkorde, modern wurde es bei „The Incredibles” aus dem gleichnamigen Animationsfilm – nur um eine Auswahl der vielfältigen Darstellung zu geben. „Die Musik ist das, was uns zusammenhält”, fasst Renold Quade den Auftritt des Landesblasorchesters zusammen.

Überzeugende Vorstellung

Überzeugen konnte auch der folgende Auftritt des Spielmannszugs Südlohn. Unter der Leitung von Dirigentin Michaela Hayk wurde es international: Irische Klänge begeisterten bei „Lord of the dance”. [...]
Einen runden Abschluss fand der musikalische Abend mit einer “Weltpremiere”: Die Stücke “Marsch des Soldaten Robert Bruce” und die “Fanfare Jubiloso” wurden noch nie als Gemeinschaftsspiel von einem Spielmannszug und einem Blasorchesters in dieser Formation so aufgeführt. Eine weitere Uraufführung was das Stück Rood, was vom Spielmannszug zum ersten mal aufgeführt wurde. Eigens für den eigenen Verein wurde das Stück von Michaela Hayk der Dirigentin des Spielmannszuges bearbeitet

Der darauf folgende tosende Applaus ließ die Jakobi Halle erbeben und bestärkte in der Meinung – ein durch und durch gelungener Abend. „Drei Monate hat die Vorbereitung bestimmt gedauert. Es hat sich gelohnt”, fasst Norbert Rathmer am Ende des Konzertabends mit zufriedenem Blick zusammen.

Münsterland Zeitung, Südlohn, Mareen Osterholt, 27.03.2011 13:23 Uhr

Brücke zum Bosporus geschlagen

Schöner Konzertabend mit dem Landesblasorchester, dem Sinfonischen Blasorchester der Dürener Musikschule und türkischen Künstlern. Tosender Applaus des begeisterten Publikums als “Lohn”

Düren. Sorgfältige Traditionspflege ist in allen Kulturen wichtig. In multikulturellen Gesellschaften ist es darüber hinaus wichtig, für den Alltag des gelebten “Jetzt” Verbindungen zu schaffen, neue Entwicklungen zu ermöglichen und gemeinsame Perspektiven zu entwickeln. Gerade die Musik hat durch ihre barrierefreie Sprache hier große Möglichkeiten.
Renold Quade, Dirigent des Landesblasorchester NRW des VMB (LBO), des Sinfonischen Blasorchesters der Musikschule Düren (SBO) und Mitglied im dortigen Leitungsteam: Musik öffnet Welten, befähigt kulturelles “Nebeneinander” und “Miteinander” zu erleben, sie trifft ins Herz und lässt ohne Worte zu, dass Gedanken, Phantasien und Sehnsüchte zwischen den Kulturen ausgetauscht werden.

Überzeugendes Konzept
Gemeinsam mit dem türkischen Komponisten und Pianisten Betin Günes, der selber als Pianist mitwirkte, erklang ein viel beachtetes Konzert im Dürener Haus der Stadt. Abgerundet wurde die Veranstaltung mit dem Baglama-Ensemble unter Süleyman Akkas. Er unterrichtet etwa 20 Kinder und Jugendliche an der Musikschule Düren. Das LBO eröffnete das Konzert im Dürener Haus der Stadt souverän, spritzig und virtuos mit der “Symphonic Overture” von James Barnes, einem Klassikerder Sinfonischen Blasmusik.
Die “Polowetzer Tänze” von Alexander Borodin schlugen die Brücke vom Okzident zum Orient und verlangten neben aller Musikalität nicht nur den Solisten, sondern auch dem Orchestertutti virtuose technische Fähigkeiten ab.
Mit dem Klavierkonzert von Betin Günes, einer Uraufführung, wurde es dann spannend im Saal. Der Satz “Kültür” verband verschiedenste Rhythmen und Klangstile, die vermitteln wollen, dass Kultur universell ist auf dieser Welt und sich in viele Richtungen immer weiter entwickeln wird. Der Satz “Bosluk” (Leere) war inspiriert von der Weite des Universums und seinen unerforschten Energien.
“Azeri”, geprägt von ostinaten Trommeln und typisch türkischen Melodielinien, erfüllte wohl am offensichtlichsten erwartete Klischees ohne in Banalität abzugleiten. Es gab tosenden Applaus für die Musiker und den Komponisten.
Der zweite Teil des Konzertes gehörte dem jugendlichen SBO der Musikschule Düren und dem nicht minder jungen Baglama-Ensemble. Das SBO stieg ebenfalls mit einer Barnes-Komposition, der “Appalachian Overture” ein und setzte mit Steven Reinekes “Fate Of The Gods” fort. Das Publikum erlebte einen ganz anderen, nicht minder überzeugenden Orchesterklang, den die vergleichsweise jungen Bläser in feiner Klangbalance und differenzierter Interpretation wahrlich zelebrierten.

Von heiter bis grimmig
Auch sie hatten eine Komposition von Betin Günes im Programm, die “Vier Jahreszeiten”: Der Frühling hielt Einzeug mit schreitenden Klängen, die den einen ans “Mittelalter”, den anderen ans “Mittelmeer” erinnerten, und es freut den Komponisten, dass die Menschen Assoziationen bei seiner Musik entwickeln. Im Zentrum des Sommers stand so etwas wie eine türkische Samba, der Herbst verschwand mit Dämpfertechnik und der Winter gab sich zum Teil recht stürmisch und grimmig.
Alle Beteiligten waren sich einig, einen tollen und verbindenden Konzertabend erlebt zu haben, der sich beim gemütlichen Ausklang im Bistro “da capo” fortsetzte.

Dürener Nachrichten 20.05.2010